Cindy Roleder

Sommersaison 2017

Manchmal muss man auf seinen Körper hören 

Nachdem das Jahr 2017 super für mich mit dem Europameistertitel in der Halle begonnen hatte, musste ich nach nur einem Rennen die Sommersaison auch schon wieder beenden. 

Bei meinem ersten Rennen in Doha bei der Diamond League lief noch alles nach Plan. Ich kam in einem Weltklasse Feld als zweite, hinter der Weltrekordhalterin ins Ziel. Die Norm für die Weltmeisterschaften war mit 12.90sec und trotz -2,3 Gegenwind sofort abgehackt. Besser hätte es nicht beginnen können. 

Das klingt jetzt skurril aber etwa fünf Tage später wachte ich früh auf und hatte ein komisches Gefühl im Rücken. Ich kannte den Schmerz nicht und schenkte ihm auch keine große Aufmerksamkeit. Am nächsten Tag fuhr ich auch direkt zum nächsten Wettkampf nach Neuwied. Das Gefühl im Rücken, war nun auch im linken Bein angekommen. Ich rannte das Rennen trotzdem, was ein großer Fehler war, den ich bitter bezahlen musste. Nach dem Rennen, konnte ich mein linkes Bein nicht mehr beugen. Es war wie ausgeschalten. Es tat nicht weh, es ging einfach nicht mehr anzusteuern. 

Eine Woche lang quälte ich mich zum Training und wurde auch direkt wieder von meinem Trainer Heim geschickt. Dann entschieden wir uns für ein MRT. 

Diagnose : Entzündung des Ischasnerv.

Der Doc meinte nach dem MRT auch direkt zu mir, ich könne die Saison abbrechen und eine längere Pause einlegen. 

Ich lebe und liebe meinen Sport und wollte die Diagnose des Arztes nicht wahr haben. 

Nach weiteren 6 Wochen, wenig bis kein Training, zahlreichen Physiotherapie- und Arztbesuchen musste ich die für mich schwere aber einzig richtige Entscheidung treffen, die Saison abzubrechen, um meinem Körper eine Pause zu gönnen.

Nach wiederum 6 Wochen ging ich erneut ins MRT. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, dass die Entzündung des Nerv abgeklungen war. Bei der Verkündung des Ergebnisses, war ich aufgeregter als bei großen Wettkämpfen. 

Ergebnis : Entzündung ist ausgeheilt. 

Nun ist mittlerweile Oktober, ich habe die Verletzung überstanden und bin hoch motiviert in das Aufbautraining gestartet. Mein Körper hat sich erholt und die Pause, auch wenn es schwer war, hat gut getan. 

Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernte. Manchmal muss man auf seinen Körper hören. 

Am Sonntag geht es auch schon in das erste Trainingslager nach Mauritius. (Bilder folgen natürlich) 

Die Road Richtung Europameisterschaft in Berlin 2018 hat begonnen.

Auf zur Titelverteidigung.